Zahlen in Deutschland

Nicht zu wissen, wo man morgen schläft oder woher das nächste Essen kommt – für viele Menschen unvorstellbar. In Deutschland aber leben rund 41.000 Personen auf der Straße, sagt die Bundesarbeitsgemeinschaft Wohnungslosenhilfe. Die Zahl ist aber nur eine Schätzung aus dem Jahr 2018. Genaue Zahlen gibt es nicht – zumindest noch nicht, mehr dazu weiter unten im Artikel.

So viele Obdachlose leben in Nürnberg

In Nürnberg sind es circa 2.400 Personen, die in Obdachlosenunterkünften untergebracht sind. Darunter Wohnungen, Heime und Pensionen. Einige halten sich tagsüber im Freien auf und suchen am Abend die Unterkünfte auf. Die Zahl umfasst die Personen, die über keinen privatrechtlichen Mietvertrag verfügen, so die Definition.

2.400 Obdachlose leben aktuell in Nürnberg

Offizielle Angabe der Stadt Nürnberg, Quelle: eigene Recherche

Darunter fallen auch die zusätzlichen Notschlafstellen in Nürnberg, wie das Haus Großweidenmühlstraße des Sozialamts, die Notschlafstelle der Heilsarmee (G53) oder das “Quartier” in Nürnberg – eine Pension für obdachlose Menschen mit Hund.

Notunterkünfte für die Nacht

Insgesamt gibt es in den Notschlafstellen 214 Plätze für Männer und 35 Plätze für Frauen. Nach Angaben der Stadt könne somit sichergestellt werden, dass jeder in der Nacht ein Dach über dem Kopf hat. Im vergangenen Jahr hat die Stadt rund 100 weitere Notschlafkapazitäten geschaffen.

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Trotz der Angebote haben, nach Angaben der Stadt, um die 30 Personen in Nürnberg den Wunsch, die Nacht weiterhin im Freien zu verbringen. Streetworker würden diese regelmäßig aufsuchen und auf die Unterbringungsangebote aufmerksam machen. 

Immer mehr Wohnungslose in Nürnberg

Die Zahl der “zu unterbringenden Personen” hat sich in den vergangenen sieben Jahren enorm erhöht – waren es 2014 noch circa 1.550 Personen, sind es heute ungefähr 900 Personen mehr. Grund dafür ist unter anderem auch der teure Wohnungsmarkt in der Region.

In Deutschland gilt: „Wer kein Obdach hat und in Notunterkünften lebt oder bei Verwandten unterkommen muss, gilt als wohnungslos.“ Die Dunkelziffer unter den wohnungslosen Menschen ist hoch, die konkrete Zahl lässt sich leider nicht beziffern.

2022 erstmals bundesweite Statistik

Ab 2022 möchte die Bundesregierung erstmals eine bundesweite Datenerhebung über das Ausmaß und die Struktur der Wohnungslosigkeit in Deutschland auf den Weg bringen – zumindest von den Menschen, die in Gemeinschafts- oder Notunterkünften untergebracht sind. 

Obdachlose Menschen, die auf der Straße oder vorübergehend bei Verwandten oder Freunden unterkommen, können jedoch auch dann kaum erfasst werden, schreibt die Regierung.

Damit möchte sie sozialpolitische Maßnahmen zielgenauer gestalten und Länder und Kommunen unterstützen, ihre Wohnungslosigkeit zu bekämpfen. Die Daten sollen darüber hinaus dazu beitragen, die Armuts- und Reichtumsberichterstattung der Bundesregierung zu verbessern.