Ein lebendig eingemauerter Mönch, Verstorbene, die plötzlich zum Leben erwachen und ein kleiner Junge, der vom Teufel geholt wird – was nach Teasern von Horrorfilm-Klassikern klingt, sind in Wirklichkeit alte Erzählungen über unsere alte Stadt. Besonders um Nürnberg und dessen historische Sehenswürdigkeiten und Plätze ranken sich einige schaurige Sagen. Aber keine Angst: Nicht für alle brauchst du starke Nerven. Interessant sind sie aber allemal, schließlich stellt man sich bei jeder Geschichte die Frage: Steckt dahinter doch ein Fünkchen Wahrheit?

Dieser Artikel ist der zweite Teil einer Serie. Hier kommst du zum ersten Artikel.

Die Totenmesse

Auch in dieser Geschichte ist die Lorenzkirche Mittelpunkt einer schaurigen Erzählung. Zur Zeit der Sage befindet sich um die Lorenzkirche noch ein großer Friedhof, den man durchqueren muss, um in die Kirche zu kommen. Daneben wohnt eine Frau, die bereits in jungem Alter Witwe geworden ist. Sie hat ihr halbes Leben damit verbracht, schmerzlich um ihren verstorbenen Mann zu trauern. Täglich besucht die Witwe die Kirche und nimmt stets an der Frühmesse teil, die im Herbst und Winter noch vor Tagesanbruch dort stattfindet.

Eines frühen Morgens, es ist Allerseelentag am 2. November, wacht die Witwe nach einem unruhigen Schlaf auf. Sie glaubt, die Glocken der Frühmesse zu hören. Rasch zieht sie sich an und eilt in die Kirche. Es scheint, als wäre die Frühmesse schon im vollen Gange, als die Frau viele Andächtige vor den Bänken knien sieht. Der Geistliche, der die Messe liest, kommt ihr sehr bekannt vor. Als dieser sich umdreht, erschrickt die Witwe. Der Pfarrer war vor einigen Monaten draußen auf dem Friedhof begraben worden. Und da bemerkt sie voller Schreck, dass um sie herum lauter Menschen sitzen, die schon längst verstorben und begraben waren.

Plötzlich kommt ihre alte Jugendfreundin und fordert sie auf, sofort die Totenmesse zu verlassen, da sie sonst in Stücke gerissen werde. Der Witwe gelingt die Flucht, dabei vergisst sie jedoch ihren Mantel. Am nächsten Morgen liegt auf jedem Grab ein Fetzchen davon.

Die Legende vom eingemauerten Mönch

Besonders um Gotteshäuser ranken sich häufig alte Sagen. So wie auch diese hier. Eine kleine steinerne Rattenfigur in der Lorenzkirche, die einen Wurstzipfel im Maul trägt, erinnert an eine schaurige Tat. Erzählungen zufolge wurde ein verbrecherischer Mönch für seine Taten lebendig eingemauert. Doch eine mitleidige Magd versorgte ihn in seinem steinernen Grab durch ein kleines Loch hindurch mit Essen und Trinken. Erst eine kleine Ratte mit Wurst im Mund ließ die Sache auffliegen. Dennoch: der lebendig begrabene Mönch wurde aus seinem Grab befreit und begnadigt.


Ob wahr oder nur eine Erzählung – gruselig sind die Geschichten allemal. Du kennst noch mehr alte Sagen über Nürnberg? Dann erzähl uns gerne davon, wir freuen uns auf deine Nachricht!

Dieser Artikel ist der zweite Teil einer Serie. Hier kommst du zum ersten Artikel.