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Newsletter #24/26: 🪗 Die Barden sind los, Freie Schulen in Nürnberg und das Max-Morlock-Stadion

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  • welche Nürnbergerin oder welcher Nürnberger etwas zu sagen hat
  • und was die nächsten Tage und Wochen in Nürnberg abgeht.

Die Themen dieser Ausgabe im Überblick:

  • FREIZEIT: 50 Jahre Bardentreffen – Nürnberg wird zur großen Musikbühne
  • INTERVIEW: „Uns vereint viel mehr, als uns trennt“ – Angelika Schelte über die Gemeinschaft Freie Schulen Nürnberg
  • TIPP: Schon von der neuen Methode der Brustuntersuchung gehört?
  • TERMINE: Diese 2 Events solltest Du nicht verpassen
  • LESENSWERT: Spannende Themen aus der Region

FREIZEIT: 50 Jahre Bardentreffen – Nürnberg wird zur großen Musikbühne

Foto und Titelbild: Uwe Niklas

Wenn auf dem Hauptmarkt Tausende Menschen gemeinsam singen, zwischen den Gassen spontane Konzerte entstehen und Musik aus aller Welt durch die Nürnberger Altstadt klingt, ist wieder Bardentreffen. Vom Donnerstag, 30. Juli, bis Sonntag, 2. August 2026, feiert das beliebte Open-Air-Festival sein 50-jähriges Bestehen – und dauert zum Jubiläum einen Tag länger als gewohnt. Der Eintritt zu allen Konzerten ist frei.

Das Bardentreffen wurde 1976 anlässlich des 400. Todestags des Nürnberger Dichters, Schusters und Meistersingers Hans Sachs ins Leben gerufen. Genau 50 Jahre später treffen gleich zwei Jubiläen aufeinander: das runde Festivaljubiläum und der 450. Todestag von Hans Sachs. Unter dem Motto „50 Jahre Bardentreffen“ verbindet das Programm deshalb die Geschichte der Liedkunst mit aktuellen Klängen aus Global Pop, Folk, Singer-Songwriting, Weltmusik und Musikkabarett.

Gemeinsames Singen zum Jubiläumsauftakt

Bereits am Mittwoch, 29. Juli, stimmt das Filmhaus Nürnberg mit dem Musikfilm „Chavela“ auf das Festival ein. Der offizielle Auftakt folgt am Donnerstagabend auf dem Hauptmarkt: Rund 100 Sängerinnen und Sänger des Hans-Sachs-Chors verbinden bei einem Sonderkonzert Musik der Renaissance mit zeitgenössischen Klängen.

Anschließend ist das Publikum gefragt. Nach einem gemeinsamen Warm-up lädt die Gruppe Sing Dela Sing zum großen Crowd-Singing ein. Bekannte Popsongs aus fünf Jahrzehnten sollen dabei nicht nur von der Bühne, sondern von möglichst vielen Stimmen auf dem gesamten Hauptmarkt erklingen. Parallel blickt Bayern 2 bei einer Livesendung aus der Katharinenruine auf fünf Jahrzehnte Bardentreffen zurück.

Musik aus Nürnberg und der ganzen Welt

Ab Freitag beginnt das vollständige Konzertprogramm auf den acht offiziellen Bühnen. Zu den bekannten Namen gehören die Songwriterin Mine, Liedermacherin Sarah Lesch, Stoppok & Artgenossen, Acht Eimer Hühnerherzen und der Volksmusikerneuerer Maxi Pongratz.

Auch international ist das Festival breit aufgestellt. Erwartet werden unter anderem die brasilianische Sängerin Mari Froes, die österreichische Rapperin Nenda, das finnische Folk-Ensemble Frigg, die nigerianische Band The Cavemen sowie Musikerinnen und Musiker aus Kolumbien, Kuba, Katalonien, Australien und vielen weiteren Ländern. Die regionale Szene bekommt traditionell am Lorenzer Platz eine eigene Bühne. Dort präsentieren die Musikzentrale Nürnberg und lokale Künstlerinnen und Künstler die Vielfalt der Nürnberger Musiklandschaft.

Acht Bühnen in der ganzen Altstadt

Das Herz des Festivals schlägt auf dem Hauptmarkt, auf dem die größte Bühne aufgebaut ist. Weitere Spielorte sind die Insel Schütt, die Katharinenruine, der Lorenzer Platz, der Sebalder Platz, der Kreuzigungshof, der Trödelmarkt und die Straßenbühne in der Fußgängerzone. Alle offiziellen Spielorte sind vom Hauptmarkt aus innerhalb von rund zehn Minuten zu Fuß erreichbar.

Jeder Ort bringt dabei seine eigene Atmosphäre mit: Während der Hauptmarkt für große Konzerte und volle Plätze steht, bietet die Insel Schütt Weltmusik im Grünen. In der Katharinenruine sorgen die historischen Mauern für eine besondere Akustik. Im Kreuzigungshof geht es mit rund 300 Sitzplätzen deutlich intimer zu, während am Trödelmarkt zwischen schmalen Häusern und Kopfsteinpflaster getanzt wird.

Straßenmusik gehört fest dazu

Mindestens genauso wichtig wie das offizielle Programm sind die vielen Straßenmusikerinnen und Straßenmusiker. Sie verwandeln Plätze, Gassen und kleine Ecken der Innenstadt in spontane Bühnen. Aufgrund des Jubiläums gelten die besonderen Regelungen für Straßenmusik 2026 bereits ab Donnerstag und damit ebenfalls einen Tag länger als üblich.

Am Freitag- und Samstagabend wartet auf der Insel Schütt außerdem wieder eine Silent Disco. Mit Kopfhörern können Besucherinnen und Besucher dort zu den Sets verschiedener Nürnberger DJ-Kollektive tanzen, ohne dass sich die Musik mit den umliegenden Konzerten vermischt.

Mit rund 100 offiziellen Programmpunkten, zahlreichen internationalen Gästen und Hunderten spontanen Auftritten wird die Nürnberger Altstadt vier Tage lang zur großen gemeinsamen Musikbühne. Das Bardentreffen bleibt damit auch nach 50 Jahren das, was es seit seinen Anfängen auszeichnet: ein Festival für Entdeckungen, Begegnungen und Musik unter freiem Himmel.


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INTERVIEW: „Uns vereint viel mehr, als uns trennt“ – Angelika Schelte über die Gemeinschaft Freie Schulen Nürnberg

Angelika Schelte, Geschäftsführerin der Montessori Fachoberschule Franken. Foto: Privat

Wie hat Ihr eigener Weg in die Bildungsarbeit und zu den freien Schulen begonnen?
Es war eine logische Entwicklung: Wir suchten die passende Schule für unsere Kinder und stießen dabei auf die Montessori-Schule. Wir wollten ein gutes pädagogisches Konzept und Lernklima, damit unser Kind wachsen und sich entfalten kann. Gleichzeitig wollten wir, dass dennoch nach dem geltenden bayerischen Lehrplan beschult wird. Und das haben wir zu 100 Prozent bekommen. Was fehlte, war die Wahlmöglichkeit nach dem Ende der Grundschulzeit, es fehlte damals die Perspektive bis zum Abitur zu gelangen. Also habe ich mich auf den Weg gemacht, Mitstreiter gefunden, erst die Schule und dann das Kultusministerium überzeugt. Ich durfte die MOS Franken entwickeln und aufbauen, eines der großen Geschenke in meinem Leben.

Im Gründungsjahr der MOS 2008 drohten den freien Schulen Kürzungen der Schulfinanzierung durch die bay. Staatsregierung. Aus Sorge, ihre finanzielle Grundsicherung zu verlieren, hat sich die Gemeinschaft Freie Schulen gegründet, um eine Podiumsdiskussion unter dem Titel „Chancengleichheit für Freie Schulen“ zu organisieren. Getragen von der positiven Resonanz dieser Veranstaltung ist daraus die Gemeinschaft der Freien Schulen Nürnberg entstanden. Einzigartig in Bayern arbeiten wir ohne Konkurrenzgedanken in pädagogischen und bildungspolitischen Fragen konstruktiv zusammen.

Sie sind Geschäftsführerin der MOS Franken. Wie würden Sie die Schule und ihren Ansatz in wenigen Sätzen beschreiben?
Wir sind eine Fachoberschule, die ein besonderes Augenmerk auf die individuelle Persönlichkeit eines Schülers legt. Bildung findet bei uns nicht ohne Praxisbezug statt. Ein Schwerpunkt an unserer Schule ist die respektvolle und achtsame Beziehungsgestaltung zwischen Schüler und Lehrer, um ein erfolgreiches Lernen zu ermöglichen. Der junge Mensch in dieser Altersklasse braucht Anleitung und Begleitung. So fördern wir die Sozialkompetenzen und ermöglichen „Selbst-Erfahrung“. Hierzu gehört auch ein Auslandpraktikum für alle Schülerinnen und Schüler, um interkulturelle Kompetenzen zu erfahren.

Welche Rolle spielen Eigenverantwortung, Wertschätzung und Selbstvertrauen im Schulalltag?
Für die Persönlichkeitsentwicklung sind diese drei Säulen von zentraler Bedeutung. Vor allem im sensiblen Jugendalter, wo jeder seinen Weg zum Erwachsenwerden suchen und finden muss. Ohne Selbstvertrauen ist erfolgreiches Lernen nicht möglich. Wir versuchen dies durch Freiräume innerhalb des Schulalltags zu fördern, beispielsweise durch Projektarbeit und demokratische Mitbestimmung. Die Übernahme von Eigenverantwortung wird durch Teilhabe am Schulleben wie SMV, Cafeteria, bei Schulveranstaltungen und Projekttagen gefördert.

Warum ist Bildungsvielfalt für eine Stadt wie Nürnberg wichtig?
Nürnberg ist eine Arbeiter- und Studentenstadt. Sie beherbergt außerordentlich viele Kulturen. Die Stadtbevölkerung ist bunt. Unsere Schulen sind ein Spiegel der Gesellschaft und somit eine wichtige Ergänzung zum klassischen Regelschulsystem. Nürnberg feiert in diesem Jahr 500 Jahre Bildungshelden. In diesem Bildungsbürgertum ist die im Grundgesetz verankerte freie Wahl der Schule gerade für Nürnberg von zentraler Bedeutung. Hier beleben die freien Schulen die Bildungslandschaft und stärken Nürnbergs Bildung.

Die Gemeinschaft Freier Schulen Nürnberg zeigt, dass unterschiedliche pädagogische Konzepte gemeinsam auftreten können. Warum ist diese Zusammenarbeit wichtig?
Unsere Einrichtungen zeigen einen durchlässigen Weg von der Krippe bis zum Abitur, der sich durch Gemeinsamkeiten wie gegenseitige Wertschätzung, Eigenverantwortung, Teamgeist und Selbstvertrauen auszeichnet. Uns vereint also viel mehr, als uns trennt.

Der Zusammenschluss wirkt sich sehr positiv auf die Wahrnehmung in politischer Ebene aus. Die Gemeinschaft der Freien Schulen in Nürnberg hat sich in den vergangenen Jahren als ein starker verlässlicher Partner für die Stadt Nürnberg entwickelt und wird auch als solcher wahrgenommen.

Dieses Modell der Zusammenarbeit ist in Bayern einzigartig. So unterschiedlich reformpädagogische bzw. weltanschauliche Ausrichtungen auch sind und bleiben, so gern arbeiten wir zusammen. Dies schaffen wir ohne Neid – und Konkurrenzgedanken auf allen Ebenen. Wie dies gelingt? Trotz der Eigenständigkeit sind unsere Schulen in den letzten 18 Jahren zusammengewachsen und auch zu wirklichen Freunden geworden.


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