Drei Wünsche werden dir erfüllt, solltest du an dem Messingring, eingebettet in dem Gitter eines großen verschnörkelten Brunnens, drehen. Eine andere Legende wiederum verspricht Fruchtbarkeit und viele Kinder. Was ist dran an diesen Mythen, welche Sagen werden noch erzählt und vor allem aber: um welchen Brunnen handelt es sich dabei eigentlich?

Der Schöne Brunnen

Die Rede ist von dem Schönen Brunnen am Rande des Nürnberger Hauptmarkts. Und der macht seinem Namen alle Ehre. Zwischen 1385 und 1396 von Baumeister Fritz Pfintzing und nach seinem Tod von Steinmetz Heinrich Behaim erbaut, gehört er zu einer der bekanntesten Sehenswürdigkeiten und Touristenattraktionen der historischen Meile Nürnbergs.

Der Brunnen war dabei immer ein kleines Sorgenkind unserer beliebten Stadt. Der ursprünglich verwendete Schilfsandstein war stark witterungsanfällig und musste im Laufe seiner Geschichte viele Male restauriert und neu aufgebaut werden. Ein Nachbau aus Muschelkalk Anfang des 20. Jahrhunderts sollte Abhilfe schaffen. Ausgerechnet die Bombardierungen des zweiten Weltkriegs überstand er dabei jedoch tadellos, da er in einen Betonmantel umhüllt wurde. Eine letzte große Restaurierung fand schließlich 2016 statt, welche wieder Wasser in den Brunnen fließen ließ und ihn in eine neue LED-Beleuchtung hüllte.

Der Schöne Brunnen in Nürnberg und seine farbenfrohen Bemalungen. (Quelle: MW auf Pixabay)

Den schönen Brunnen zieren vierzig farbig bemalte Figuren, welche in vier Stockwerken das Weltbild des Heiligen Römischen Reiches darstellen. 

Figuren des Schönen Brunnens (Quelle: Birgit Böllinger auf Pixabay)

Der Mythos um den Messingring

Stattet man dem Schönen Brunnen einen Besuch ab, tümmeln sich häufig schon die Touristen und Einheimischen um das schwarze Gitter des Brunnens. Genau genommen um die Stelle, an der sich ein ins Gitter nahtlos eingeschweißter Messingring befindet. Um genau diesen Messingring rankt sich in Nürnberg eine alte Sage

Demzufolge soll der Meister Kuhn, welcher die Gitter um den Brunnen erbaut hatte, eine wunderschöne Tochter namens Margret gehabt haben. Margret wurde von einem seiner Lehrlinge umworben, sehr zu wider des Meister Kuhns. Schließlich handele es sich dabei nur um einen armen Burschen. Er schmiss den Jungen heraus und wendete letzte Worte an ihn, bevor er sich auf eine lange Reise begab. “Daraus wird ein für allem nichts! So wenig wird etwas daraus, wie du es fertig bringst, dass die Ringe am Brunnengitter sich drehen können!”

Der Lehrling wollte es seinem Meister beweisen und so schmiedete, hämmerte und feilte er heimlich so lange, bis keine Nahtstelle des Rings mehr erkennbar war. Dann verließ er die Stadt und kehrte nie mehr um. Als Meister Kuhn aus seinen Reisen zurück war und den Messingring eingebettet in dem Gitter bestaunte, erkannte er seine Boshaftigkeit und wollte den Lehrbuben zurück. Jedoch war es zu spät und seine Tochter Margret unendlich traurig.

Heute sagt man „Wer den Ring dreht, dem gehe ein Wunsch in Erfüllung“. Ein weiterer Mythos verspricht drei in Erfüllung gehende Wünsche. Auch soll der Ring einer Sage zufolge einen Kinderwunsch erfüllen, wenn eine Frau den Ring dreht. Sie bekäme angeblich so viele Kinder, so oft sie an dem Ring drehe.

Der goldene Messingring an der süd-westlichen Seite des Brunnens (Quelle: Gerhard G. auf Pixabay)

Mittlerweile befinden sich sogar zwei Ringe an dem Brunnen. In Nürnberg erzählt man sich, dass der Messingring lediglich der für die Touristen sei. Der zweite schwarze Eisenring an der nord-westlichen Ecke soll der tatsächliche Ring sein. Hinter diesem Gerede steckt allerdings nicht besonders viel. Der zweite schwarze Ring wurde lediglich aus Konkurrenzgründen bei einem der Restaurierungsarbeiten 1899 – 1903 eingefügt. Jedoch ist er seitdem unverändert an Ort und Stelle.

Sollte der Mythos um den nahtlosen Messingring wahr sein, dürfte die Magie des Rings jedoch mittlerweile entkräftet sein. Dieser wurde nämlich bereits zweimal gestohlen und soll mittlerweile um die fünfmal ersetzt worden sein.

Ob Mythos oder nicht – die Geschichten über das alte Nürnberg sind immer wieder schön. Und wer weiß, vielleicht übersteht die Wunderkraft des von dem Lehrlingsburschen geschmiedeten Rings jegliche Austauschvorgänge. Dreh dran’ und wünsch dir was 🙂 !