Verschlossene Türen und leere Vorlesungssääle – ein Bild, wie wir Studenten es nur zu Zeiten von Semesterferien kannten. Die Corona-Krise hat uns alle getroffen und einige Maßnahmen stellten für viele Menschen eine psychische Belastung dar. Themen, welche in den Medien viel behandelt und diskutiert wurden. 

Eine Gruppe wurde aus diesen Debatten jedoch komplett außen vor gelassen: Studenten. Denn auch für uns änderte sich von heut auf morgen schlagartig alles. Die Unis und Hochschulen wurden geschlossen, Vorlesungen fanden nur noch online statt. Wir Studenten waren von heute auf morgen auf uns allein gestellt.

Die Studentenzeit

Die Studentenzeit ist im Leben von uns jungen Erwachsenen etwas ganz besonderes. Neue Leute kennenlernen, Freundschaften fürs Leben knüpfen, gemeinsam Vorlesungen besuchen und Mittags das (mehr oder weniger) leckere Kantinenessen genießen. Auf Studentenpartys mit den Kommilitonen das ein oder andere Glas zu viel trinken, ausziehen und eine WG gründen – all das sind Dinge, die zum studieren einfach dazugehören und eine unvergessliche Zeit schaffen. Jedoch auch alles miteinander Dinge, die durch Corona für uns Studenten komplett weggefallen sind. 

Doch wie lief das Studium für uns Studenten während der Pandemie wirklich? Wo lagen die Schwierigkeiten und ergaben sich möglicherweise auch Vorteile durch das Online-Studium? Ich habe mit einer Kommilitonin und mittlerweile sehr guten Freundin über ihre persönlichen Erfahrungen während der Coronazeit gesprochen. Wir beide haben BWL an der TH Nürnberg studiert und dieses Semester unsere Bachelorarbeit abgegeben.

Was hat sich für dich und dein Studium durch Corona verändert?

Paula: Am meisten verändert hat sich eigentlich meine Wohnsituation. Dadurch, dass Vorlesungen nur noch online stattgefunden haben, bin ich wieder zurück zu meinen Eltern in die Heimat gezogen. In Nürnberg hatte ich zwar lediglich eine kleine 1-Zimmer-Wohnung, ich hab diese jedoch aufgrund der Nähe zur Hochschule und zu meinen Freunden sehr ins Herz geschlossen. Die Wohnung aufgeben zu müssen, fand ich sehr schade.

Wie ging es dir mit deinem Studium während der Corona-Krise?

Paula: An sich war das Studium während Corona für mich kein großes Problem. Einige Prof’s hätten sich jedoch deutlich mehr ins Zeug legen können. Viele haben lediglich nur die Skripte online gestellt und keine Online-Vorlesung angeboten. Dadurch hat man sich als Student viel selbst beibringen müssen. Die Unterstützung hat einfach gefehlt. Jedoch sollte man auch erwähnen, dass einige Prof’s sich gegenteilig dazu sehr bemüht haben!

Wie verlief die Klausurenphase während Corona?

Paula: Die Klausuren liefen während der Corona-Pandemie besser als gedacht. Dadurch, dass Freizeitbeschäftigungen größtenteils wegfielen, konnte man seinen Fokus mehr auf die Uni legen. Ich war dadurch motivierter und engagierter als in den Semestern zuvor. Auch muss erwähnt werden, dass einige Prüfungen durch Projektarbeiten ersetzt wurden, was mir die Prüfungsphase erleichtert hat. Mir persönlich fiel es leichter, das gelernte Wissen praktisch anzuwenden, als nur für reine Frage-Antwort-Klausuren abzurufen. Das spiegelte sich auch in meinen Noten wider.

Paula: Was aber definitiv gefehlt hat, war die Möglichkeit, gemeinsam mit seinen Freunden für Klausuren zu lernen. Der Input von anderen hat einfach gefehlt. Man war auf sich allein gestellt. Auch beim Schreiben meiner Bachelorarbeit hätte ich mir ein normales Semester gewünscht. Der Kontakt zu meinem Betreuer wäre einfach deutlich leichter gewesen. Auch hätte man die Möglichkeit gehabt, in die Bibliothek zum Recherchieren zu gehen. So musste ich alles von Zuhause aus meistern.

Ein früher gewohntes Bild: Studenten lernen gemeinsam an extra errichteten Lerninseln (©TH Nürnberg 2018)

Welchen Tipp kannst du Studenten für ihr Online-Studium auf den Weg geben?

Paula: Was auf jeden Fall wichtig für das Online-Studium ist, ist sich stets selbst für die Online-Vorlesungen zu motivieren und diese gewissenhaft anzuschauen. Und setz dich am Besten an einen Schreibtisch, auch wenn die Versuchung groß ist, diese vom Bett aus anzuschauen. Ansonsten verliert man sehr schnell den Anschluss. Von Zuhause aus ist es sehr schwierig, da dann wieder reinzufinden.

Vielen Dank für das Gespräch Paula. Wir Studenten können alle nur hoffen, dass die Türen unserer Uni’s und Hochschulen bald wieder geöffnet werden. Auch wenn die digitalen Möglichkeiten schnell eine Lösung für ein Studium während der Pandemie gewährleistet haben – ein Online-Studium ist einfach nicht vergleichbar damit, gemeinsam mit seinen Freunden in die Uni zu gehen und Erfahrungen zu sammeln. Und denke immer daran, du bist nicht allein! 🙂