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Pro & Contra: Sollte der Frankenschnellweg ausgebaut werden?!

Kaum ein Projekt spaltet Nürnberg gerade so wie der Frankenschnellweg. Soll die Trasse mitten durch die Stadt kreuzungsfrei ausgebaut und im Mittelteil in einen Tunnel verlegt werden – oder ist das ein Milliardengrab aus einer anderen Zeit? Entschieden wird das nicht im Stadtrat allein, sondern per Bürgerentscheid. Heißt: Am Ende stimmst Du ab.

Die Argumente könnten gegensätzlicher kaum sein. Die eine Seite verspricht weniger Stau, Lärmschutz, mehr Grün und einen Park auf dem Tunneldeckel – eine echte „Stadtreparatur“. Die andere warnt vor rund 1,1 Milliarden Euro Kosten, über zehn Jahren Großbaustelle und mehr Verkehr im Zentrum, während das Geld bei Schulen, Brücken und Bus und Bahn fehle.

Wir haben beide Seiten zu Wort kommen lassen: Daniel Frank (CSU) erklärt, warum er für den Ausbau ist. Alexander Kahl (Grüne/Volt), hält dagegen. Lies beide Standpunkte – und mach Dir Dein eigenes Bild.

Pro & Contra Widget

Pro & Contra

Sollte der Frankenschnellweg ausgebaut werden?

Pro

Eine echte Verbesserung für die ganze Stadt

Ich bin für den Ausbau des Frankenschnellwegs, weil er eine enorme Verbesserung der Lebensqualität ganz vieler Menschen in Nürnberg bedeutet. Durch weniger Verkehr in den Stadtteilen – auch in denen, die nicht direkt am Frankenschnellweg liegen. Durch mehr Grün entlang der Trasse und einen Stadtteilpark auf dem künftigen Tunnel. Durch neue Fuß- und Radwege, die im Zuge des Ausbaus entstehen. Durch Lärmschutz im Abschnitt West und nicht zuletzt durch weniger Zeit im Stau.

Die Vorteile für die Bürgerinnen und Bürger sind vielfältig. Ohne Kreuzung auf dem Frankenschnellweg wird der tägliche Stau von An den Rampen bis zur Otto-Brenner-Brücke und oft darüber hinaus verschwinden. In Gegenrichtung von der Jansenbrücke bis zur Stadtgrenze ebenso. Das bedeutet vor allem für die Stadtteile, die heute von vielen Autofahrern als Alternativroute zum Stau genutzt werden, eine enorme Entlastung. Der Lärmschutz im Abschnitt West wird für die Anwohner unmittelbar spürbar sein. Der Tunnel im Abschnitt Mitte wird mit seinem begrünten Deckel eine völlig neue Verbindung zwischen bisher zerschnittenen Stadtteilen sein – mit einem Park, Naherholungsflächen und mehr Lebensqualität.

Nachteile durch den Ausbau sehe ich keine.

Wenn der Ausbau nicht kommt, werden die Kernprobleme, die durch den Frankenschnellweg in seiner heutigen Form verursacht werden – täglicher Stau, Lärmbelastung, stärkere Emissionen durch Stop&Go etc. – erhalten bleiben bzw. werden sich verschlimmern. Dazu kommt, dass bei einem Stopp des Ausbauprojekts unmittelbar mit den Planungen für eine Sanierung der Bestandsstrecke, inkl. der Brückenbauwerke, begonnen werden muss. Wir gehen derzeit von einer Summe von mind. 110 Mio. Euro dafür aus – die ohne großzügige Fördermittel aufgebracht werden muss.

Die Versprechungen der Gegner, es würden neue Wohnungen entstehen, neue Straßenbahnlinien oder gar ein urbaner Boulevard auf der Trasse, sind Wunschdenken. Die Fördermittel sind zweckgebunden; kommt der Stopp, wird sich gar nichts verbessern. Genauso wenig, wie der Ausbau des Frankenschnellwegs bezahlbare Wohnungen verhindert, schafft der Stopp des Projekts keine einzige neue Wohnung oder macht Gelder frei für eine neue Straßenbahnlinie.

Eine realistische Alternative zu den bestehenden Ausbauplanungen gibt es nicht. Alleine die neuerliche Planfeststellung für ein Alternativprojekt würde Jahre in Anspruch nehmen – und auch diese Planung könnte dann natürlich wieder beklagt werden. Wer eine Lösung für den Stau will, mehr Grün entlang der Trasse, den Lärmschutz und die Stadtreparatur durch den Tunnel, der muss die bestehende Planung umsetzen. Daher stimme ich mit NEIN zum Stopp – und alle Nürnbergerinnen und Nürnberger, die eine echte Verbesserung für die ganze Stadt wollen, sollten dies auch tun.

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