In jungen Jahren zum Schiedsrichter geworden

Mit 12 Jahren hat Gerd Lamatsch in seinem Heimatverein angefangen, Fußball zu spielen. Seitdem ließ ihn die Begeisterung für diesen Sport nicht mehr los, an dem er bis heute großen Spaß hat. Sein damaliger Trainer hat ihn dazu ermuntert, einen Schiedsrichterkurs zu absolvieren. Und so wurde Lamatsch mit 16 Jahren, für damalige Verhältnisse ziemlich jung, zum Schiedsrichter.

Vertriebler und Schiedsrichter mit Leib und Seele

Heute arbeitet Gerd Lamatsch hauptberuflich im Vertrieb bei der Stadtreklame Nürnberg. Als Hobby ist er weiterhin als Schiedsrichter tätig. Beide Tätigkeiten betreibt er mit Leib und Seele. Auf seinem Schirikonto hat Lamatsch mittlerweile 1850 Spiele, die er aktiv in verschiedenen Rollen begleitet hat. Seine Highlights erlebte er in den Jahren 1990 bis 2004: Damals pfiff er in der obersten Amateur-Liga, der Bayern- und Regionalliga. In den 1990er Jahren war er Assistent in der 2. Bundesliga. Heute pfeift er als Schiedsrichter mit großer Leidenschaft in der Kreisklasse bei Spielen für Herren abwärts.

Ein Buch über den „Keller-Schiri“

Fragt man Gerd Lamatsch, was man vom Fußball fürs Leben lernen kann, antwortet er: „Es kann alles passieren. Man kann sich nie auf etwas verlassen.“ Diese Sätze passen auch zu dem von ihm verfassten Buch „Keller-Schiri – Der Weg zum Video-Beweis“. In diesem Buch zum „Video Assistant Referee (VAR)“, beschreibt er ausführlich beide Seiten, das Für und Wider des Videobeweises. Darin finden sich seine Erfahrungen und Meinungen zum Videobeweis wieder.

Es handelt sich bereits um sein zweites Buch, nachdem er mit „Schiedsrichter aus Leidenschaft“ 2012 sein Debüt vorlegte. Nach der aktuellen Saison möchte er das zweite Buch eventuell aktualisieren. Dafür sammelt Lamatsch momentan Material, das in die zweite, aktualisierte Auflage von „Keller-Schiri – Der Weg zum Video Beweis“ einfließen soll. Das Buch richtet sich an alle Fußball-Fans, die sich informieren wollen.

Die zwei Seiten des Videobeweises

Gerd Lamatsch selbst ist für den Videobeweis, der seiner Meinung nach auch nie mehr zurückgenommen wird, da zu viele Investitionen in das technische Hilfsmittel geflossen seien. Doch er ist sich auch sehr bewusst, dass der Videobeweis nicht nur positive Seiten hat.

Einerseits bringt der Videobeweis aus dem „Kölner Keller“ Gerechtigkeit, da er Fehlentscheidungen des Schiedsrichters revidieren kann. 80 Prozent der Fehlentscheidungen werden durch die technische Unterstützung zurückgenommen. „100 Prozent richtige Entscheidungen wird es nie geben können“, fügt Lamatsch an.

Andererseits gehen, so Gerd Lamatsch weiter, die Emotionen der Fans verloren, wenn nach einem Torjubel ein Tor zurückgenommen wird. Die Überprüfungsphase dauert manchmal bis zu zwei Minuten. „Das Fußballerlebnis wird dadurch verwässert. Der Spaß der Fans beim Zuschauen bleibt so auf der Strecke.“

In seinem Buch nennt Gerd Lamatsch deshalb die kritischen Punkte des Videobeweises und schlägt konkrete Verbesserungen vor. Er ist sich sicher: „So wie er heute umgesetzt ist, hat der Videobeweis keine Zukunft.”

Forderung nach einer Netto-Spielzeit

Gerd Lamatsch fordert in seinem Buch auch die Einführung einer Netto-Spielzeit, um Zeitschindereien und taktische Spielchen zu verhindern. Dann würde nur noch die Zeit gezählt, zu der der Ball tatsächlich im Spiel ist, so wie z. B. beim Eishockey.

Nürnberg als „schönste Stadt der Welt”

Mit Nürnberg verbindet Gerd Lamatsch viel: Für ihn ist es die „schönste Stadt der Welt“ und seine Heimatstadt. Dass der FC Nürnberg, der „ehemalige Rekordmeister“, momentan etwas dahindümpelt, betrübt ihn.

Das Buch „Keller-Schiri – Der Weg zum Videobeweis“ ist für 11,95 € auf allen gängigen Onlineplattformen verfügbar, unter anderem bei Amazon.