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Interview

Geschichte geschmacklich erleben mit „History on a Plate“

Wer steckt hinter „History on the Plate“?
Wir, Max und Paulina aus Nürnberg, haben „History on a Plate“ ins Leben gerufen. Wir erzählen Geschichte durch Essen, indem wir historische Rezepte aus verschiedenen Epochen und Kulturen nachkochen. Diese Rezepte dienen als Ausgangspunkt, um spannende Geschichten zu erzählen und historische Zusammenhänge zu beleuchten. Essen ist mehr als Nahrung; es spiegelt seine Zeit wider.

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Was verbindet euch mit Nürnberg und wie prägt die Stadt eure Arbeit?
Wir stoßen oft auf Nürnberg in unseren Recherchen und erkennen so die historische Bedeutung der Stadt. Nürnberg, unsere Heimat, war über Jahrhunderte ein wichtiger Handelsplatz für Gewürze und exotische Zutaten. Produkte wie der Nürnberger Lebkuchen zeigen, wie globale Handelsbeziehungen schon im Mittelalter die Küche beeinflussten.

Wie entstand die Idee, historische Gerichte nachzukochen und für Social Media aufzubereiten?
Kochen und Geschichte faszinieren uns schon lange. Als wir auf historische Rezepte stießen, wollten wir diese Leidenschaft teilen. Kochvideos gibt es viele, aber wir wollten mit außergewöhnlichen Rezepten aus der Vergangenheit Geschichte erzählen.

Wann wurde euch klar, dass „History on a Plate“ mehr als ein Hobby ist?
Anfangs war es ein Experiment. Das positive Feedback motivierte uns, und als Anfragen von Radiosendern, Museen und Verlagen kamen, erkannten wir den Erfolg. Unser Buch, das wir letzten Dezember veröffentlichten, war ein bedeutender Meilenstein.

Was fasziniert euch mehr – das Kochen oder die Geschichten hinter den Gerichten?
Beides fasziniert uns. Manchmal begeistert uns eine ungewöhnliche Kochtechnik, manchmal die Geschichte eines Gerichts. Wir fragen uns, ob das Wiener Schnitzel wirklich aus Wien stammt oder was die Wikinger bei ihren Eroberungen aßen. Diese Mischung macht uns Spaß.

Gab es eine historische Anekdote, die euch besonders überraschte?
Fast jede Woche entdecken wir Überraschendes. Mandelmilch war im Mittelalter ein Luxusgetränk. Auch die Biergartenkultur in Franken und Bayern hat eine lange Geschichte. Und bei kulinarischen Streitfragen wie der Erfindung der Pommes Frites wird es immer spannend.

Wie findet ihr heraus, was Menschen vor 200 oder 2.000 Jahren aßen?
Je weiter zurück, desto schwieriger die Quellenlage. Bei den alten Ägyptern helfen archäologische Funde und Wanddarstellungen. Die Römer hinterließen uns Apicius‘ Rezeptsammlung. Das früheste deutschsprachige Kochbuch, „Das Buch von guter Speise“, stammt aus dem 14. Jahrhundert. Überlieferte Rezepte spiegeln oft die Vorlieben der Oberschicht wider und setzen viel Wissen voraus.

Was erwartet die Leser in eurem Koch- und Geschichtsbuch?
„History on a Plate“ ist eine kulinarische Zeitreise durch 10.000 Jahre Geschichte. Jedes Kapitel beginnt mit einem erzählenden Text über die jeweilige Epoche und zeigt die Rolle des Essens im Alltag. Zu jeder Epoche gehören vier bis sechs sorgfältig recherchierte Rezepte. Wir haben sie ausprobiert, optimiert und für lecker befunden.

Welches historische Nürnberger Gericht würdet ihr für die heutige Generation wiederbeleben?
Nürnberger Bratwürste und Lebkuchen haben sich über Jahrhunderte gehalten, weil sie einfach die besten sind. Im „Kuchenmeisterey“ von 1485 fanden wir Faschingskrapfen mit Hechtinnereien – manches gerät aus gutem Grund in Vergessenheit.

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