Am 17. September war es wieder soweit – Kinder und Jugendliche unter 18 Jahre wurden dazu aufgerufen, ihre Stimme für die Bundestagswahl abzugeben. Dafür standen in Nürnberg 26 Wahllokale zur Verfügung. Natürlichen werden diese Stimmen nicht offiziell gezählt, schließlich ist in Deutschland das Wählen erst ab 18 Jahren erlaubt. Es ist dennoch wichtig, auch der jüngeren Generation die Möglichkeit zu geben, ihre politischen Interessen auszudrücken und den Erwachsenen zu zeigen, was ihnen wichtig ist. Die Ergebnisse waren eindeutig.

Eine (fast) echte Bundestagswahl

Stimmzettel, Wahlkabinen & Wahlurnen – bei der U18-Jugendwahl wird alles darauf gesetzt, es wie eine echte Bundestagswahl aussehen zu lassen. Mitmachen können ausnahmslos alle unter 18-Jährigen, die sich in Deutschland aufhalten. Organisiert wird das ganze vom Netzwerk U18, das aus öffentlichen und freien Trägern besteht. Auch in diesem Jahr zeigten die Kinder und Jugendlichen wieder großes Engagement, ihre politischen Interessen zu vertreten. In Bayern wird sogar von einer Rekordbeteiligung gesprochen.

Platz 1 für die Grünen

In den Wahlkreisen Nürnberg-Nord und Nürnberg-Süd gaben insgesamt 1.291 Kinder und Jugendliche ihre Stimme ab. Dabei konnte besonders die Partei auf dem ersten Platz einen eindeutigen Abstand zum Zweitplatzierten gewinnen – die Grünen. Mit 28 Prozent der Stimmen waren diese die meistgewählte Partei in Nürnberg. Es folgten die SPD mit 17 Prozent, die CSU mit 13 Prozent, die Linke mit 11 Prozent und die FDP mit 10 Prozent. Alle kleineren sonstigen Parteien erhielten 15 Prozent der Stimmen.

Ergebnisse der U-18 Bundestagswahl (© wahlen.u18.org)

Ein Hilfeschrei?

Fasst man die Ergebnisse aller Bundesländer zusammen, bleibt der erste Platz für die Grünen reserviert. Umso deutlicher wird der Wunsch der Kinder und Jugendlichen, dass mehr für den Umweltschutz und vor allem für den Kampf gegen den Klimawandel getan wird. Ein Stichwort, welches auch im Jahr 2021 neben den weltweiten Umweltkatastrophen und Hitzerekorden besonders präsent war. 

Auch die SPD schnitt in der U18-Wahl als bundesweit zweitplatzierte Partei gut ab. Eine Partei, welche sich besonders für die Rechte von Kindern und Jugendlichen stark machen möchte. Ein Teil ihres Wahlprogramms ist die Forderung, das Wahlalter auf 16 Jahre zu senken. Ob daher die vielen Stimmen der Jugendlichen kommen, lässt sich nur mutmaßen.

Spannende Ergebnisse in Bayern

Betrachtet man ausschließlich die Ergebnisse innerhalb des Freistaats, wäre die CSU der Sieger – jedoch nur knapp vor den Grünen. Auch die kleinen sonstigen Parteien erhalten fast 20 Prozent, was eine Unsicherheit der Jugendlichen gegenüber den großen Volksparteien widerspiegeln könnte.

Klare Forderungen

Die Wahlergebnisse der jüngeren Generation sind bunt, spannend und aufschlussreich. Einmal mehr wurde deutlich, dass die Stimmen der Minderjährigen nicht einfach außen vor gelassen werden sollten. So fordert der Bayerische Jugendring, das Wahlalter auf 14 Jahre zu senken. Schließlich ginge es auch um die Zukunft von all denjenigen, denen bis heute eine Stimme verwehrt bleibt. Öffentliche Debatten zeigen jedoch, dass noch zahlreiche Einwände gegen eine Absenkung des Wahlalters sprechen. Ob sich eine Forderung wie diese irgendwann durchsetzt, wird die Zukunft zeigen. Bis dahin müssen die Interessen der Jugend wohl weiter über die inoffiziellen U18-Wahlen vertreten werden.