Wenn Dr. Nasser Ahmed über Nürnberg spricht, dann spürt man: Hier redet keiner über irgendeine Stadt – sondern über seine Heimat. „Man hört es an meinem Namen und man sieht es mir an – ich bin waschechter Nürnberger“, sagt er mit einem Augenzwinkern. Aufgewachsen in der Neumarkter Straße, mitten in St. Peter, als echter „Peterlesbou“, Clubfan und Familienmensch. Er hat Nürnberg nie verlassen – und kann sich auch nicht vorstellen, woanders zu leben. „Nürnberg ist Heimat durch und durch.“

Zwischen Tradition und Zukunft
Ahmed beschreibt Nürnberg als Stadt mit Herz – traditionsbewusst, aber offen für Neues. „Nürnberg ist nicht zu groß, nicht zu klein“, sagt er. „Ich habe die Stadt immer als Ort erlebt, der sich weiterentwickeln will.“ Er spricht mit Begeisterung über das, was Nürnberg ausmacht: die 13 Bundesligamannschaften, die Kirchweihen, das Bardentreffen, das Klassik Open Air. Aber genauso über den Zollhof, das NUE Digital Festival, die Innovationskraft und den Unternehmergeist. „Nürnberg hat Tradition und Zukunft zugleich.“
Politik nah an den Menschen
Seit über zwölf Jahren ist Dr. Nasser Ahmed Stadtrat, und der Kontakt zu den Bürgerinnen und Bürgern ist für ihn das Herzstück seiner Arbeit. „Ich bin nicht im Rathaus, um mich zu verstecken“, sagt er. „Ich will die Menschen erreichen, die sich nicht mehr gesehen fühlen.“ Ob auf Stadtfesten, in Vereinen oder bei Bürgerversammlungen – Dr. Ahmed sucht den direkten Austausch.
Gerade weil sich viele Menschen von Politik entfremden, möchte er nah dran bleiben. „Ich will die aktivieren, die den Glauben an Veränderung verloren haben – Junge, Alte, Unternehmerinnen und Unternehmer, Arbeitende und benachteiligte Menschen. Nürnberg ist ihre Stadt, und sie sollen wissen: Sie haben eine Stimme.“
Hass und Haltung
Nasser Ahmed hat erlebt, wie rau der Ton in der Politik geworden ist – besonders online. In den sozialen Medien ist er regelmäßig Zielscheibe von Hetze. „Wir haben 50 Strafanzeigen gestellt, 30 davon waren Bots“, erzählt er. Er spricht ruhig, aber bestimmt, wenn er sagt: „Viele posten Hass inzwischen unter Klarnamen. Dinge sind sagbar geworden, die früher undenkbar waren.“
Aufgeben kommt für ihn nicht infrage: „Das Ziel solcher Angriffe ist, Menschen zum Schweigen zu bringen, die sich für eine gerechtere Welt einsetzen. Und da sage ich: Jetzt erst recht.“
Seine Botschaft: Die Mehrheit der Anständigen müsse lauter werden. „95 Prozent der Menschen in Nürnberg sind anständig. Wir dürfen den Lauten, die hetzen, nicht das Feld überlassen.“

Die Stadt der Chancen
Wenn Nasser Ahmed von seiner Vision spricht, nennt er sie „die Stadt der Chancen“. Nürnberg solle eine Stadt werden, in der jedes Kind, egal aus welchem Stadtteil, die gleichen Möglichkeiten hat. „In Nürnberg verlassen sechs bis acht Prozent der Kinder die Schule ohne Abschluss. Das will ich beenden.“
Für ihn gehört dazu eine bessere Bildungsfinanzierung, moderne Schulen, gerechte Löhne und bezahlbares Wohnen. „Jedes Kind soll eine faire Chance bekommen – auf Bildung, Arbeit und Wohlstand durch gute Arbeit.“
Er kritisiert, dass es in Nürnberg zu viel Stillstand gebe. „Ein Gang durch die Breite Gasse reicht, um zu sehen, dass unsere Innenstadt mehr Aufmerksamkeit braucht.“ Er will, dass die Altstadt wieder ein Erlebnisraum wird, mit Sauberkeit, Kultur und Aufenthaltsqualität. Dafür hat er sogar eine Social-Media-Offensive mit einer Nürnberger Influencerin gestartet.
Auch die Wirtschaft will er stärken – insbesondere die Industrie, die für viele Jobs in der Region steht. „Wir müssen die Transformation gestalten, nicht aussitzen.“ Gestoppte Projekte, wie die Pläne für ein neues, größeres ICE-Instandhaltungswerk in Nürnberg, dürften sich nicht wiederholen.
Stadtumbau mit Haltung
Nachhaltigkeit bedeutet für Ahmed nicht nur Klimaschutz, sondern auch soziale Gerechtigkeit. „Ökologische und soziale Themen gehören zusammen“, betont er.
Er spricht von „sozialem Grün“ – also Grünflächen in den Stadtteilen, wo Menschen sie am meisten brauchen. „Jedes Kind hat das Recht, in einem sauberen, sicheren und grünen Umfeld aufzuwachsen.“
Er lehnt Prestigeprojekte wie eine Gartenschau im Stadtgraben oder die Magnetschwebebahn ab. „Wir brauchen keine Schlagzeilen, wir brauchen Verbesserungen, die man im Alltag spürt.“
Mobilität als Grundrecht
Auch beim Thema Verkehrspolitik denkt Ahmed sozial. „Mobilität ist ein Grundbedürfnis. Jeder Mensch muss sich in Nürnberg bewegen können.“ Er lobt das Deutschlandticket als eine der wichtigsten sozialpolitischen Errungenschaften der letzten Jahre – und das 25-Euro-Sozialticket als Erfolg für Nürnberg. Seine Pläne: den Ausbau des Straßenbahnnetzes mit neuen Linien, wie der Verlängerung der Linie 7 und der Minervastraße, sowie die Umsetzung der Stadt-Umland-Bahn. Gleichzeitig will er bezahlbare Quartiersparkhäuser mit begrünten Dächern schaffen – „für die, die aufs Auto angewiesen sind“.
Dialog auf Augenhöhe
Ahmed steht für einen Politikstil, der zuhört. Er verweist auf Projekte wie das Jugendbeteiligungsprogramm „laut!“, das er als Vorbild sieht. „Wir müssen mit den Menschen reden, nicht über sie.“ Sein ambitioniertes Ziel: jede Straße in Nürnberg besuchen. „Man kann nur Oberbürgermeister für ganz Nürnberg sein, wenn man ganz Nürnberg kennt.“

Ein Buch, das Diskussionen auslöst
Für Aufmerksamkeit sorgte auch sein Buch, erschienen im Verlag Nürnberger Presse. „Ich habe als Nürnberger ein Buch über Nürnberg geschrieben – über Chancen, die ich bekommen habe und die alle bekommen sollten“, sagt er.
Die Veröffentlichung erfolgte, bevor seine Kandidatur feststand. Für ihn war es ein Herzensprojekt: „Es ist eine zutiefst Nürnberger Geschichte – erzählt in einem Nürnberger Verlag.“
Ein fairer Mitbewerber
Über seine Konkurrentinnen und Konkurrenten spricht Ahmed mit Respekt. „Menschlich schätze ich Marcus König natürlich – wir arbeiten eng zusammen. Ebenso mit den Grünen.“ Politisch, sagt er, sei es ein Wettbewerb der Ideen. „Am Ende müssen die Nürnbergerinnen und Nürnberger entscheiden, wem sie ihr Vertrauen schenken.“
Eine Stadt, auf die man stolz sein kann
Was ihn antreibt, zeigt eine kleine Anekdote: „Ein Vater erzählte mir, seine Tochter wurde in der Schule gehänselt, weil sie schwarz ist. Nach einem Auftritt von mir beim Südstadtfest sagte sie stolz: ‚Ich bin auch waschechte Nürnbergerin.‘“
Wenn Ahmed davon erzählt, wird seine Stimme weich. „Genau das ist mein Ziel: Ein Nürnberg, in dem jedes Kind stolz sagen kann – das ist meine Stadt.“
Blick nach vorne
Dr. Nasser Ahmed steht für ein Nürnberg, das Chancen bietet – nicht nur einigen, sondern allen. Für soziale Gerechtigkeit, Bildung, Nachhaltigkeit und Teilhabe.
Er formuliert es schlicht, aber entschlossen: „Ich will ein Nürnberg, in dem jedes Kind, egal woher es kommt, eine faire Chance hat – und sagen kann: Ich bin waschechte Nürnbergerin oder waschechter Nürnberger.“
