Es gibt sie, diese Momente, in denen einem als Zugereister in Nürnberg die Gesichtszüge entgleisen und man einfach nicht weiß, was der Einheimische in seinem sowohl phonetisch als auch grammatikalisch so einzigartigen Dialekt gerade von sich gegeben hat. Um solchen – im wahrsten Sinne des Wortes – Missverständnissen vorzubeugen, stellen wir dir diese sieben Wörter vor, die nur Nürnberger kennen:

1
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Allmächdd

Wenngleich dieser Begriff nicht nur in Nürnberg, sondern in ganz Franken geläufig ist, so darf er in dieser Auflistung nicht fehlen. Das “Allmächdd” ist für den Nürnberger bzw. Franken ein Universalausdruck, der sowohl eine überschwänglich positive Reaktion (wenn das beim gewöhnlich eher zurückhaltenden Franken überhaupt vorkommt) als auch das komplette Gegenteil bedeuten kann. Kommt man als Zugezogener nach Nürnberg, lassen sich dialektale Schwächen durch das Einbauen eines gepflegten “Allmächdd” zumindest temporär übertünchen. Der Ausdruck lässt sich frei mit “Oh Gott” übersetzen und geht zurück auf “Allmächtiger”.

2
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Der Glubb is a Depp

Abgestiegen als amtierender Deutscher Meister, abgestiegen als amtierender Pokalsieger. Wenn es einen Verein gibt, dem solche aberwitzigen Kunststücke gelingen, dann ist das der 1. FC Nürnberg. Da der “Glubb” auch noch für die ein oder andere weitere Kuriosität gut ist, bei der man als Fan, Sympathisant oder auch Konkurrent fast vom Glauben abfällt, hat sich eben jene oftmals sehr zutreffende Redewendung herausgebildet.

3
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Drei im Weggla

Neben dem Christkindlesmarkt ist Nürnberg selbstverständlich auch für seine Bratwürste bekannt. An jeder Straßenecke der Altstadt findet man sie: die Bratwurstbuden. Bestellt man dort “Drei im Weggla”, gibt es drei Nürnberger Bratwürste im Brötchen. Hat man es besonders eilig, geht die Bestellung kurzerhand auch mit zwei Worten: “Einmal drei”.

4
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Männleinlaufen

Das ist nicht der eilige Gang zur Toilette, wenn der geneigte Nürnberger wieder einmal das ein oder andere Kaltgetränk genossen hat. Vielmehr ist es ein weltberühmtes Schauspiel, das sich jeden Tag um Punkt zwölf Uhr mittags an der Frauenkirche Nürnberg ereignet.

5
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Seidla

Drücke einem Nürnberger ein Seidla in die Hand und er ist glücklich. Unter dem Begriff “Seidla” wird heutzutage ein Halbliter-Bierkrug aus Glas oder Steingut verstanden. Ursprünglich stellte das Seidel, vom lateinischen Begriff “Situla” für “Eimer” abstammend, ein Volumenmaß für Flüssigkeiten und Getreide dar.

6
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Steckerlaswald

In Nürnberg wird der östlich der Stadt gelegene Reichswald gerne als “Steckerlaswald” bezeichnet. Ob das nun ein liebevoll oder geringschätzig verwendeter Begriff ist, sei jedem selbst überlassen. Überwiegend wachsen dort Kiefern, deren dünne, kahle Stämme das Erscheinungsbild des Reichswaldes prägen und eben aussehen wie nackte Stöcke.

7
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Der Wanderer

Mit “Wanderer” ist nicht, wie man vermuten könnte, ein begeisterter Sportskamerad gemeint, der per pedes die Landschaft erkundet. Es ist vielmehr eine Lokalität an einem der Hotspots der Nürnberger Altstadt. Am Tiergärtnertor unweit des Albrecht-Dürer-Hauses treffen sich an lauen Sommerabenden oder auch in der Weihnachtszeit Jung und Alt auf das ein oder andere Getränk. Ob nun von daheim mitgebracht oder im “Wanderer” gekauft – mit unzähligen Gleichgesinnten auf dem Kopfsteinpflaster sitzend, trinkt und plaudert es sich einfach gemütlicher.

Wenn du denkst, dass es noch mehr Wörter gibt, die nur Nürnberger kennen, schreibe uns gerne eine Mail. Wir sind gespannt und freuen uns darauf, welche Begriffe dir noch einfallen.